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Unterleibsschmerzen bei Frauen

Viele Ursachen behandelbar

Viele Frauen leiden regelmäßig an Schmerzen im Unterleib – zum Beispiel in Zusammenhang mit der Menstruation. Viele Frauen akzeptieren die Beschwerden, weil sie glauben, dass sich dagegen nichts tun lässt. Doch viele Ursachen sind gut behandelbar.

Mehr als Regelschmerzen

Wiederkehrende Unterleibsschmerzen sind eine Belastung. Für manche Frauen sind die Schmerzen so stark, dass der Alltag an manchen Tagen stark eingeschränkt ist. Oft treten die Schmerzen in Zusammenhang mit der Monatsblutung auf und werden deshalb einfach als „normale Regelschmerzen“ akzeptiert. ,Bei wiederkehrenden Schmerzen lohnt sich deshalb eine Besprechung in der Frauenarztpraxis. 

Schmerzen einordnen

Bevor der Termin in der Praxis ansteht, hilft es oft, die Beschwerden einzuordnen. Diese wichtigen Fragen werden wahrscheinlich auch in der Praxis gestellt: 

  • Wann treten die Schmerzen auf? Gibt es einen Zusammenhang z. B. mit der Menstruation, mit Stress, Bewegung, der Sexualität oder dem Toilettengang?
  • Wir stark sind die Schmerzen? 
  • Kommen weitere Beschwerden vor wie Ausfluss, Fieber, Blutungsstörungen oder Probleme beim Toilettengang?
  • Helfen Medikamente oder andere Maßnahmen?

Durch die Beantwortung der Fragen kommen Ärztinnen und Ärzte einer Diagnose näher. In komplizierteren Fällen hilft es auch, ein Schmerztagebuch zu führen, um das Auftreten der Schmerzen schriftlich oder digital festzuhalten. 

Endometriose ist häufig

Eine relativ häufige Ursache für wiederkehrende Bauchschmerzen ist die Endometriose. Bei dieser Krankheit lagert sich Gewebe, dass der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, im Bauchraum oder auch in der Gebärmutter an. Weil dieses Gewebe mit dem Zyklus wächst, entstehen dabei zyklusabhängige Schmerzen. Daneben gibt es viele weitere Ursachen wie Myome, Ovarialzysten oder Verwachsungen. 

Beschwerden beim Geschlechtsverkehr

Schmerzen an der Vulva, also dem äußeren Genitale, entstehen hingegen bei der Vulvodynie. Dies macht sich mit Beschwerden beim Geschlechtsverkehr bemerkbar, aber möglicherweise auch beim Radfahren, Sitzen oder Tragen enger Kleidung. Die Beschwerden reichen von einem Wundheitsgefühl über ein Brennen oder Stechen bis hin zu Schmerzen. Ursächlich sind beispielsweise Infektionen, hormonelle Veränderungen oder auch Beckenbodenprobleme. Überhaupt sind Beckenbodenprobleme nicht selten. Diese können sich auf verschiedenste Weise äußern, z. B. auch durch Probleme beim Wasserlassen. 

Beratung in der Arztpraxis

Frauen müssen diese Beschwerden nicht über sich ergehen lassen. Wenn Probleme bestehen, sprechen Sie dies am besten spätestens bei der gynäkologischen Kontrolle an. Denn nur durch gezielte Diagnostik und Therapie lassen sich die Ursachen behandeln. 

Quelle: Frauenärzte im Netz 

Quelle: Dr. med. Tobias Höflein
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Alte Menschen oft falsch therapiert

Zu wenig oder zu viele Medikamente

Eine aktuelle Gesundheitsstudie zeichnet ein alarmierendes Bild: Viele ältere Menschen in Deutschland erhalten Medikamente, die ihnen eher schaden als nutzen könnten – gleichzeitig bleibt eine notwendige Behandlung bei schweren Erkrankungen oft aus.

Zu viel ASS oder Magenschutz

Die Arzneimittelversorgung älterer Menschen ist problematisch, wie eine Analyse der deutschen NAKO-Gesundheitsstudie des DKFZ Heidelberg zeigt. Untersucht wurden Daten von 54.296 Personen im Alter von 60 bis 74 Jahren aus 18 Studienzentren in Deutschland. Das Ergebnis: 26 Prozent der Senior*innen erhielten in der Woche vor der Erhebung mindestens ein potenziell ungeeignetes Medikament.

Häufige Beispiele für Übergebrauch waren niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) ohne klare Diagnose, Protonenpumpenhemmer ohne dokumentierte Notwendigkeit sowie menopausale Hormontherapien.

Wechselwirkungen nicht beachtet

Besonders oft betroffen waren Patient*innen mit Parkinson, Epilepsie und Depressionen. Bei Parkinson war das Risiko für eine unangemessene Medikation 16-fach erhöht, bei Epilepsie 4,3-fach und bei Depressionen 2,1-fach. Meist handelte es sich um komplexe Therapien mit Medikamenten, bei denen Wechselwirkungen und Langzeittherapien eine Rolle spielen.

Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind relevant: Bei Bluthochdruck war das Risiko für unangemessene Medikamente 4,5-ach erhöht. Auch hier wurden Kombinationen eingesetzt, die für ältere Menschen als kritisch eingestuft werden.

Gefährliche Unterversorgung

Neben der Überversorgung wies die Studie auch auf Unterversorgungen hin: Mehr als die Hälfte der Menschen mit Osteoporose erhielt keine adäquate Therapie, ebenso bestanden Defizite bei Vorhofflimmern und chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen. Im Fall der Osteoporose ist dies besonders kritisch, da unbehandelte Fälle das Risiko für Hüftfrakturen deutlich steigern. Beim Vorhofflimmern werden ohne ausreichende Antikoagulation Schlaganfälle begünstigt.

Auf dem Land noch ausgeprägter

Besonders auffällig war die regionale Verteilung: In Großstädten wie Hamburg traten deutlich weniger problematische Verschreibungen auf als in ländlichen Regionen. Als mögliche Gründe nennt die Arbeitsgruppe eine höhere Arztdichte sowie einen höheren sozioökonomischer Status. In ländlichen Regionen Ostdeutschlands, etwa in Neubrandenburg und Demmin, wurden dagegen besonders häufig unangemessene Verordnungen gefunden.

Zusätzlich identifizierte die Studie Einflussfaktoren wie niedriges Einkommen, Rauchen, Adipositas und Bewegungsmangel, die das Risiko für eine unangemessene Medikation erhöhen. Überraschend war auch, dass Alkoholabstinenz mit höheren Risiken assoziiert war, vermutlich aufgrund bestehender Vorerkrankungen.

Quelle: Ärztezeitung

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Übungen gegen chronische Schmerzen

Achtsamkeit und Atmen

Viele Betroffene wissen: Chronische Schmerzen lassen sich selbst mit Medikamenten nicht immer vollständig kontrollieren. In solchen Situationen können Atemtechniken, Entspannungsverfahren und Achtsamkeitsübungen helfen, besser mit den Beschwerden umzugehen.

Das Nervensystem beruhigen

Dass psychologische Verfahren die Schmerztherapie sinnvoll ergänzen können, ist seit Langem bekannt. Ihr Ziel ist es, das Nervensystem zu beruhigen und die Schmerzwahrnehmung positiv zu beeinflussen, sagt der Münchner Psychotherapeut Markus Schwabbaur. Es lohnt sich, einige dieser Methoden zu erlernen und regelmäßig anzuwenden. 

  • Ruhiges Atmen. Die Atmung beeinflusst unser Nervensystem unmittelbar. Langsames, bewusstes Atmen aktiviert den Parasympathikus und kann Muskelanspannung sowie Stressreaktionen reduzieren. Besonders wirksam ist es, wenn die Ausatmung etwa doppelt so lange dauert wie die Einatmung – beispielsweise vier Sekunden einatmen und acht Sekunden ausatmen. Schwabbaur empfiehlt die sogenannte Wuu-Atmung: Dabei wird beim Ausatmen ein lang gezogenes „Wuuu“ erzeugt. Manche Schmerzpatient*innen profitieren zudem davon, ihre Aufmerksamkeit zunächst auf die schmerzfreie Körperseite zu richten und gedanklich dorthin zu atmen. 
  • Entspannung. Menschen mit chronischen Schmerzen stehen häufig unter dauerhafter Anspannung. Bewusste Entspannung kann jedoch sowohl Ängste als auch Schmerzen lindern. Geeignet sind körperliche Aktivitäten wie Gehen oder Radfahren ebenso wie die Progressive Muskelrelaxation. Auch Musikhören oder Meditation können hilfreich sein. Entscheidend ist, regelmäßig zu üben und Entspannungsphasen fest in den Alltag zu integrieren.
  • Achtsamkeit. Achtsamkeitsübungen lenken die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment. Das kann besonders hilfreich sein, da chronische Schmerzen oft mit Sorgen und Zukunftsängsten verbunden sind – etwa der Frage, ob die Beschwerden jemals nachlassen werden. Beim sogenannten Body-Scan richten Betroffene ihre Aufmerksamkeit nacheinander auf verschiedene Körperbereiche und nehmen Empfindungen bewusst wahr.

Selbstumarmung und Bewegung

Darüber hinaus empfiehlt der Psychotherapeut weitere leicht umsetzbare Übungen. Dazu gehört der Butterfly Hug, bei dem man sich selbst umarmt, sowie Tapping-Techniken, bei denen bestimmte Körperbereiche – etwa unter dem Schlüsselbein oder auf der Brust – sanft abgeklopft werden. Unterstützend können auch positive Selbstbekräftigungen wirken, zum Beispiel: „Ich glaube, dass ich es verdient habe, mich besser zu fühlen.“

Ein weiterer wichtiger Baustein ist Bewegung. Viele Menschen mit chronischen Schmerzen vermeiden körperliche Aktivität aus Angst vor einer Verschlimmerung der Beschwerden. Dabei kann jede Bewegung, die die Schmerzen nicht verstärkt, dazu beitragen, Verspannungen zu lösen, die Beweglichkeit zu fördern und Schmerzen langfristig zu lindern.

Quelle: Ärztezeitung

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Wie Medikamente den Geschmack verändern

Von bitter bis metallisch

Ein funktionierender Geschmacksinn ist für viele Menschen ein entscheidendes Stück Lebensqualität. Schließlich ist Essen und Trinken nicht nur überlebensnotwendig, sondern auch eine Genussfrage. Was aber tun, wenn Medikamente das Geschmacksempfinden stören?

Kein Luxusproblem

Geschmacksstörungen sind zuallererst einmal ernst zu nehmen. Das gilt vor allem bei Betroffenen, die ohnehin ein zu niedriges Körpergewicht haben. Leidet dann der Geschmackssinn, wird das Essen oft zur reinen Pflicht und die Betroffenen nehmen noch weiter ab. Hinzu kommt, dass Geschmacksveränderungen oft sehr belastend sind. Dann werden die auslösenden Medikamente nicht mehr eingenommen, obwohl sie aus gesundheitlicher Sicht dringend nötig sind. Wer gar nichts mehr schmeckt, erkennt auch nicht, wenn Lebensmittel bereits verdorben sind.

Auf Ursachensuche

Warum manche Medikamente den Geschmack beeinflussen, ist noch nicht vollständig erforscht. Mögliche Erklärungen sind:

  • Schädigung der Geschmacksknospen. In den Geschmacksknospen befinden sich die Sinneszellen für das Schmecken. Einige Medikamente schädigen die Geschmacksknospen aber. Verantwortlich sind etwa Präparate, die gegen Krebs eingenommen werden, z. B. Cisplatin.
  • Zu wenig Speichel. Auch Mundtrockenheit schädigt die Geschmacksknospen. Einfluss auf die Speichelproduktion nehmen unter anderem Antidepressiva und viele Antihistaminika.
  • Störung bei der Weiterleitung. Von den Geschmacksknospen werden die Geschmacksinformationen über Nerven weitergeleitet. Einige Medikamente stören wahrscheinlich diese Impulsweitergabe. Das betrifft z. B. Diuretika wie Spironolacton.
  • Fehler im Gehirn. Die Geschmacksinformationen werden schließlich im Gehirn weiterverarbeitet. Einige Medikamente könnten diesen Vorgang behindern. Diskutiert wird das bei Präparaten wie dem ACE-Hemmer Captopril.

Auch Cremes und Augentropfen als Auslöser

In manchen Fällen bringen die Betroffenen die Geschmacksveränderungen gar nicht mit der Medikamenteneinnahme in Verbindung. Die als Schlafmittel eingesetzten Z-Substanzen etwa verursachen meist erst am Morgen danach einen metallisch-bitteren Geschmack. Auch der bittere Geschmack durch das Glaukom-Präparat Dorzolamid wird oft nicht der Medikamenteneinnahme zugeordnet – weil es nämlich gar nicht geschluckt, sondern direkt ins Auge getropft wird. Genauso kommt kaum jemand auf die Idee, dass Hautsalben einen knoblauchartigen Geschmack verursachen könnten. Das ist aber wegen des Dimethylsulfoxids durchaus möglich.

Speichel anregen

Was können Betroffene aber nun gegen die Geschmacksstörungen tun? Relativ viele Hilfsmittel gibt es gegen Mundtrockenheit. Speichelbildende Präparate findet man in der Apotheke in Form von Lutschpastillen, Mundsprays, Gelen oder Lösungen. Ansonsten können Betroffene versuchen, die übermäßig wahrgenommene Geschmacksrichtung zu meiden – also beispielsweise bei metallischem Geschmack nicht mit Metallbesteck zu essen oder bei bitterem Geschmack auf bittere Lebensmittel zu verzichten. Notfalls sollte man mit der Ärzt*in besprechen, ob ein anderes Medikament in Frage kommt.

Quelle: PTA heute, 12/2021

Quelle: Sara Steer
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Kind nicht im Auto vergessen!

Vorsicht Hitzetod

Auch wenn es schnell gehen muss: Bei sommerlichen Temperaturen sollten Eltern ihre Kinder nicht im Auto warten lassen. Denn im Wageninneren steigen die Temperaturen oft schon nach 30 Minuten auf bis zu 40 Grad – und bringen gerade kleine Kinder in Lebensgefahr.

Temperaturregelung noch nicht ausgereift

Kleinkinder sind besonders anfällig gegenüber Hitze, erklärt der Kinderarzt Ulrich Fegeler. Im Gegensatz zu Erwachsenen kann ihr Körper die Temperatur noch nicht so gut regeln, er erwärmt sich drei- bis fünfmal schneller. Deshalb sind hohe Umgebungstemperaturen für die Kleinen schnell kritisch, es droht der Hitzetod. Zum Beispiel im Inneren eines Wagens: Schon bei 22° C außen klettert die Temperatur darin auf bis zu 40° C, wobei der schnellste Anstieg in den ersten dreißig Minuten zu verzeichnen ist. Auch ein leicht geöffnetes Fenster kann die Bruthitze nicht verhindern, betont Fegeler.

Schon ab 14 °C gefährlich

Doch auch geringere Außentemperaturen sind für die zurückgelassenen Kinder gefährlich. So beobachteten italienische Forscher*innen die meisten Hitzetodesfälle im Auto ab 16° C Außentemperatur. Amerikanische Fachgesellschaften gehen sogar davon aus, dass Außentemperaturen ab 14° C das Auto in einen tödlichen Brutkasten verwandeln können.

Handy auf den Rücksitz legen

Doch warum bleiben Kinder überhaupt allein im Auto sitzen? Die wenigsten Eltern lassen ihren Nachwuchs bewusst im Auto zurück, wie amerikanische Forscher*innen bei Analyse solch tragischer Hitzetodesfälle im Auto herausgefunden haben. Über ein Viertel der Kinder waren heimlich selbst ins Auto geklettert und konnten sich daraus nicht mehr befreien. Und in 55% der untersuchten Fälle hatten die Eltern aus Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Stress oder Ablenkung ihr Kind schlicht und einfach im Auto vergessen.

Wie kann man solchen tragischen Unfällen vorbeugen? Fegeler gibt folgende Tipps:

  • Autos nicht unverschlossen parken.
  • Kinder davor warnen, dass sie nie allein in Autos steigen sollen.
  • Immer auf den Rücksitz schauen, wenn man sein Auto verschließt.
  • Am besten das Handy oder die Handtasche neben den Kindersitz auf den Rücksitz legen, um vor dem Aussteigen den Blick nach hinten zu erzwingen.
  • Ein Spielzeug oder die Windeltasche auf den Beifahrersitz stellen, um sich daran zu erinnern, dass der Nachwuchs mit unterwegs ist.
  • Eine Markierung am Autoschlüssel anbringen, die erinnert, dass womöglich der Nachwuchs im Wagen sitzt.

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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