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Von Tai Chi bis Trampolin
Bewegung tut gut – auch Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung. Eine aktuelle Studienübersicht zeigt: Bestimmte Sportarten können Gleichgewicht, Koordination und motorische Fähigkeiten verbessern.
Bewegung als Unterstützung im Alltag
Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung haben nicht nur Schwierigkeiten mit sozialer Interaktion. Bei vielen kommen auch motorische Probleme hinzu. Dazu gehören beispielsweise Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht, der Koordination oder der Feinmotorik. Solche Herausforderungen können den Alltag und das gemeinsame Spielen erschweren.
Ob gezielte Bewegungsangebote helfen, die motorischen Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störung zu verbessern, haben US-amerikanische Forschende untersucht. Eingeschlossen in ihre Analyse waren elf Studien mit Betroffenen im Alter von vier bis 18 Jahren.
Tai-Chi, Kampfsport und Gymnastik
Vor allem koordinationsorientierte Sportarten zeigten gute Effekte. Dazu gehörten unter anderem Tai-Chi und Kampfsport wie z. B. Kata. Beim Kata werden festgelegte Bewegungsabläufe wiederholt und trainiert. Im Mittelpunkt stehen Körperkontrolle, Haltung und Körperwahrnehmung. Daneben erwies sich auch Gymnastik als günstig.
Besonders deutlich war der Einfluss auf das Gleichgewicht und die Balance. Über die verschiedenen untersuchten Sportarten hinweg fanden sich hierfür die ausgeprägtesten Verbesserungen.
Wassertraining und Trampolinspringen ebenfalls hilfreich
Training im Wasser unterstützt Kinder ebenfalls motorisch. Die Bewegung fällt nicht nur leichter. Gleichzeitig bietet der Wasserwiderstand einen Trainingsreiz für die neuromuskuläre Kontrolle. In den Studien verbesserten sich unter anderem das statische und dynamische Gleichgewicht sowie bestimmte Bewegungs- und Koordinationsfähigkeiten.
Auch Trampolinspringen zeigte positive Effekte. Das wiederholte Anpassen an den instabilen Untergrund trainiert Gleichgewicht und Körperwahrnehmung. In den untersuchten Studien verbesserten sich außerdem Koordination, Kraft, Beweglichkeit und Feinmotorik.
Ein strukturiertes Tischtennistraining führte ebenfalls zu Verbesserungen verschiedener motorischer Fähigkeiten, besonders bei der Koordination der Arme und der Geschicklichkeit mit den Händen.
Training muss regelmäßig stattfinden
Wie häufig trainiert wird, könnte ebenfalls eine Rolle spielen. In einer Tai-Chi-Studie wurde bereits nach sechs Wochen mit drei einstündigen Trainingseinheiten pro Woche der größte Effekt erreicht. Bei einer Judo-Studie mit einer Trainingseinheit pro Woche dauerte es dagegen etwa sechs Monate, bis der maximale Effekt beobachtet wurde.
Die Struktur der Angebote kann ebenfalls hilfreich sein. Gerade bei Kampfkünsten können feste Bewegungsabläufe und eine klar organisierte Umgebung Motivation und Durchhaltevermögen unterstützen.
Quelle: Ärztezeitung
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Nützlich oder schädlich?
Ob Nahrungsergänzungsmittel dabei helfen, Herz und Gefäße gesund zu halten, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Jetzt gibt es Hinweise, dass zumindest einige von ihnen doch vor Schlaganfall und Herzinfarkt schützen können.
Herzgesundheit fördern
Das Beste für die Herzgesundheit ist, sich viel zu bewegen, sich gesund zu ernähren, nicht zu rauchen und Übergewicht zu vermeiden. Zusätzlich werden seit Jahren regelmäßig neue Nahrungsergänzungsmittel fürs Herz angepriesen. Die Palette reicht von Vitaminen über Aminosäuren und Mineralstoffe bis zu Bestandteilen exotischer Gewürze. Meist folgt die Ernüchterung auf dem Fuß, d. h. die erwünschten Wirkungen lassen sich in klinischen Studien nicht nachweisen oder der Effekt bleibt unklar.
Folsäure, Coenzym Q10 und Omega-3-Fettsäuren schützen
Jetzt hat sich ein chinesisches Team der Sache noch einmal angenommen und die Daten von 884 qualitativ hochwertigen Studien genauestens analysiert. Fast 900.000 Teilnehmer*innen hatten darin 27 Mikronährstoffe eingenommen. Der Einnahme wurden die Daten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kardiovaskulär bedingtem Tod gegenübergestellt.
Und siehe da: Einige der Nahrungsergänzungsmittel hatten offenbar doch einen Einfluss auf Herz und Gefäße. Omega-3-Fettsäuren senkten das Risiko, an einer Herz- oder Gefäßerkrankung zu versterben, um 7%. Außerdem reduzierten sie das Herzinfarktrisiko um 15% und die Wahrscheinlichkeit, eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln, um 14%. Folsäure reduzierte um 16% das Risiko für Schlaganfälle, Coenzym Q10 senkte die Gesamtsterblichkeit um 32%.
Beta-Carotin gefährlich?
Auch einige andere Mikronährstoffe wie Magnesium, Zink, Flavonole und Quercetin könnten dieser Untersuchung zufolge einen positiven Effekt auf Herz und Gefäße haben. Keinen Effekt zeigten dagegen die Vitamine C und E sowie Beta-Carotin. Letzteres erhöhte sogar die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden.
Offenbar können einige Mikronährstoffe das Herz schützen. Jetzt gilt es, diese Ergebnisse durch weitere Untersuchungen zu unterstreichen. Und vor allem herauszufinden, welche Dosierungen erforderlich und ob bestimmte Kombinationen vorteilhaft sind.
Weiterführende Informationen zur herzegsunden Ernährung finden Sie auf www.kardiologie.org
Quelle: www.kardiologie.org (2022), SpringerMedizin
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Viele Vorteile für die Gesundheit
Was wäre, wenn….? Diese Frage hat sich ein amerikanisches Forscherteam in Bezug auf einen geringeren Fleischanteil in der Ernährung gestellt. Berechnungen am Modell haben erstaunliche Effekte auf die Gesundheit gezeigt.
Rotes versus verarbeitetes Fleisch
Fleisch gehört nur in Maßen auf den Speiseplan – das dürfte inzwischen bekannt sein. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, maximal 300 Gramm Wurst und Fleisch in der Woche zu essen. Ein Forscherteam aus den USA wollte es nun nochmal genauer wissen: Was für konkrete gesundheitliche Auswirkungen hat es, wenn Menschen ihren Fleischkonsum reduzieren? Und was ist effektiver: Rotes Fleisch weglassen oder möglichst auf verarbeitetes Fleisch wie die Wurst zu verzichten?
53 300 weniger Fälle von Darmkrebs
Die Forschenden entwickelten zu diesem Zweck ein Simulationsmodell, das sie mit realen Daten aus dem amerikanischen Gesundheitssystem fütterten. Damit ließen sich dann mehrere Szenarien durchspielen – von einem sehr geringen bis zu einem völligen Fleischverzicht. Dabei zeigte sich: Würden weiße Amerikaner*innen aus der Mittelschicht auf 30 Prozent verarbeitetes Fleisch verzichten, ließen sich innerhalb von 10 Jahren 350 000 Fälle von Diabetes, 92 500 Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 53 300 Darmkrebsfälle verhindern.
Erhebliche gesundheitliche Vorteile
Noch deutlicher fielen die Zahlen bei einem 30-prozentigen Verzicht auf rotes Fleisch aus. Und der größte Effekt zeigte sich beim doppelten Verzicht – also bei 30 Prozent weniger verarbeitetem und 30 Prozent weniger rotem Fleisch: 1 073 400 weniger Diabetesfälle, 382 400 weniger Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 84 400 weniger Fälle von Darmkrebs. Die Forschenden gehen anhand ihrer Ergebnisse also davon aus, dass die Anpassung der Ernährung erhebliche gesundheitliche Vorteile hat.
Quellen: Deutsches Ärzteblatt, Deutsche Gesellschaft für Ernährung
Quelle: Sara Steer
Bildrechte: mauritius images / Westend61
Sinn und Unsinn von Ganzkörper-MRTs
Privatkliniken und Diagnostikzentren werben vermehrt mit MRTs für den gesamten Körper. Auf diese Weise sollen Erkrankungen früh entdeckt werden. Klingt verheißungsvoll, doch funktioniert das auch?
Unschädliche Untersuchungsmethode
Die Magnetresonanztomografie (MRT) nutzt Magnetfelder, um das Körperinnere sichtbar zu machen. Im Gegensatz zu Röntgenstrahlen sind Magnetfelder für den Körper nicht gefährlich. Ein „Check-up“ mit einem Ganzkörper-MRT klingt daher auch für Gesunde erstmal reizvoll – immerhin könnten Krankheiten so frühzeitig entdeckt werden, bevor sie Probleme machen. Doch in der Realität funktioniert es nicht so einfach.
Unnötige Folgeuntersuchungen
Bei konkreten Beschwerden deutet eine Auffälligkeit im MRT oft auf eine konkrete Krankheit hin, wenn die Beschwerden zum MRT-Befund passen. Bei gesunden Menschen ist das anders. Fällt dort etwas im MRT auf, müssen meist weitere Untersuchungen folgen. So kann eine Gewebeentnahme (Biopsie) nötig werden. Solche Folgeuntersuchungen können weitere Probleme verursachen, wie Blutungen oder Infektionen. Dazu kommt, das eine Auffälligkeit im MRT oft erstmal Angst vor Krebs oder anderen Erkrankungen verursacht. Das Problem: Bei etwa 4 von 10 MRTs von Gesunden gibt es einen auffälligen Befund im MRT, ohne dass eine Krankheit dahinter steckt. Nur in 1–2 % der MRTs wird eine Krankheit entdeckt, die sonst später oder gar nicht entdeckt worden wäre.
Immer eine Momentaufnahme
Auch ein unauffälliges Ergebnis im Ganzkörper-MRT hat wenig Aussagekraft. Denn ein MRT ist immer eine Momentaufnahme. Entwickelt sich eine Krankheit wenige Wochen später, wird sie beim „Check-Up“ nicht entdeckt. In diesem Sinne müssten Ganzkörper-MRTs sehr häufig erfolgen, um einen positiven Effekt zu haben. Dafür ist ein MRT in der Regel aber schlicht zu teuer. Dazu ist unklar, wie viele Erkrankungen durch einen „MRT-Checkup“ übersehen werden.
Quelle: Medizin transparent
Quelle: Dr. med. Tobias Höflein
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Gegen die Sucht
E-Zigaretten mit Nikotin unterstützen einen Rauchstopp offenbar etwas besser als Nikotinpflaster oder -kaugummis. Doch die Mehrheit schafft den Ausstieg auch damit nicht. Und ob E-Zigaretten langfristig beim Aufhören helfen, ist noch offen.
10 von 100 werden rauchfrei
Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, kann offenbar von nikotinhaltigen E-Zigaretten profitieren. Eine aktuelle Übersichtsarbeit wertete 80 Studien mit insgesamt fast 30000 Erwachsenen aus. Das Ergebnis: Nach sechs bis zwölf Monaten waren etwa 10 von 100 Menschen, die nikotinhaltige E-Zigaretten nutzten, rauchfrei. Bei klassischen Nikotinersatzprodukten wie Pflastern oder Kaugummis waren es dagegen nur etwa 6 von 100.
Das bedeutet allerdings auch: Rund 90 von 100 Menschen schafften es auch mit nikotinhaltigen E-Zigaretten nicht, vom Rauchen loszukommen. Zudem gilt in der Untersuchung bereits als „rauchfrei“, wer keine herkömmlichen Tabakzigaretten mehr raucht – auch wenn weiterhin E-Zigaretten konsumiert werden.
Nikotin scheint einen Unterschied zu machen
Der Vergleich von E-Zigaretten mit und ohne Nikotin spricht für die Variante mit Nikotin. Nach sechs bis zwölf Monaten waren damit etwa 2 von 100 Menschen mehr rauchfrei als mit nikotinfreien E-Zigaretten. Die Verträglichkeit unterschied sich dagegen kaum. Beschwerden wie Husten, Herzklopfen oder Schwindel traten ähnlich häufig auf.
Im Vergleich zu einer alleinigen Verhaltenstherapie oder keiner Unterstützung waren E-Zigaretten ebenfalls erfolgreicher: Während mit E-Zigaretten jede Zehnte rauchfrei wurde, waren es in dieser Gruppe nur etwa 5 von 100.
Langzeitwirkung noch unklar
Die Übersichtsarbeit zeigt, dass nikotinhaltige E-Zigaretten manchen Menschen beim Rauchstopp helfen können. Zwei wichtige Frage bleiben jedoch unbeantwortet: So z. B., ob die Betroffenen später nicht doch wieder zu Tabakzigaretten wechseln. Das lässt sich anhand der bisherigen Daten nicht beurteilen.
Ebenso wenig weiß man, was mit denjenigen passiert, die dauerhaft E-Zigaretten nutzen. Denn über die gesundheitlichen Folgen des langfristigen Dampfens ist bisher auch nur wenig bekannt.
Quelle: Ärztezeitung
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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