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Sommerliche Herausforderung
Im Sommer möchte man sich meist sowohl vor Mücken als auch vor Sonnenbrand schützen. Was ist dabei zu beachten?
Kombiprodukte weniger sinnvoll
Zuviel Sommersonne lässt langfristig die Haut früher altern und erhöht das Risiko für Hautkrebs. Zum Glück gibt´s Sonnencreme und Lotionen, um sich vor UV-Strahlen zu schützen. Doch die Sommersonne lockt nicht nur Menschen ins Freie, auch Mücken und andere Stechinsekten haben Hochkonjunktur. Wie kann man sich vor Sonne und Mücken gleichzeitig schützen?
Eine Möglichkeit sind Kombiprodukte, die im Handel angeboten werden. Doch sie sind nicht unbedingt sinnvoll: Denn meist muss der Sonnenschutz viel großflächiger und vor allem häufiger aufgetragen werden als ein Mückenschutzmittel. Während es bei der Sonnencreme je nach Hauttyp und Lichtschutzfaktor allerspätestens nach 2 Stunden Zeit wird zum Nachcremen, wirken Repellentien vier bis sechs Stunden.
Zeitlichen Abstand einhalten
Mücken- und Sonnenschutz lassen sich aber auch einzeln gut einsetzen. Fängt man zum gleichen Zeitpunkt damit an, sollte man chemischen UV-Filtern genügend Zeit geben, in die Haut einzudringen und zu wirken. Das bedeutet, den Mückenschutz frühestens 15 Minuten nach der Sonnencreme aufzutragen. Sonnenschutz mit mineralischen Filtern müssen zudem 30 Minuten vor dem Sonnenbad auf die Haut aufgetragen werden. Für Mückenschutzmittel gibt es keine Einwirkungszeit: Sie wirken sofort und können deshalb erst aufgesprüht werden, wenn die Plagegeister tatsächlich im Anflug sind.
Die in Mückenschutzmitteln am häufigsten verwendeten Wirkstoffe sind DEET und Icaridin. Zu beachten ist, dass DEET den Lichtschutzfaktor einer vorher aufgetragenen Sonnencreme vermindert. Das bedeutet, dass sich bei gleichzeitiger Nutzung die Gefahr für einen Sonnenbrand erhöht. Außerdem können DEET und chemische UV-Filter zusammen in der Haut allergische Reaktionen auslösen. Für die Substanz Icaridin sind diese Wechselwirkungen bisher nicht bekannt.
Duftmantel wird angegriffen
DEET und Icaridin wirken beide wie ein Duftmantel, der Insekten fernhält. Diese Wirkung kann durch wohlriechende Sonnencremes vermindert werden. Wer den duftenden Mückenschutzmantel nicht beeinträchtigen möchte, sollte daher auf parfüm- und zusatzfreie Sonnenkosmetik und Hautpflegeprodukte setzen. Beratung dazu gibt´s in der Apotheke.
Quelle: ptaheute
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Für junge Menschen empfohlen
Humane Papillomaviren können Krebs verursachen. Eine Impfung gegen das Virus kann davor schützen – doch wie funktioniert das und wer sollte sich impfen lassen?
Häufigste Ursache für Gebärmutterhalskrebs
Krebs hat verschiedene Ursachen: radioaktive Strahlung, Gendefekte, Altern – oder auch eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV). Es gibt verschiedene Typen von HPV, und nicht alle sind krebserregend. Auch löst nicht jede Infektion mit einem krebserregenden Virus Krebs aus. Dennoch sind HPV-Infektionen die häufigste Ursache für Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) bei Frauen. Davor schützt eine HPV-Impfung.
Impfung verhindert Krebs
Eine Impfung gegen Krebs – das klingt erst einmal komisch. Tatsächlich verhindert die Impfung auch nicht den Krebs selbst, sondern die Infektion mit dem krebsauslösenden Virus. Übertragen werden HP-Viren beim Geschlechtsverkehr. Die Impfung sollte deshalb möglichst vor dem ersten Sex erfolgen, also bevor eine Ansteckungsgefahr besteht. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt deshalb eine Impfung zwischen 9 und 14 Jahren. Doch auch wenn dieser Zeitraum verpasst wird, ist eine Nachholimpfung bis zum 18. Geburtstag sinnvoll. Impfen lassen sollten sich übrigens nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen. Denn einerseits übertragen sie das HP-Virus auf die Mädchen oder Frauen – andererseits können HP-Viren auch weitere Krebsarten auslösen wie Peniskrebs oder Mundkrebs.
Regelmäßige Vorsorge empfohlen
Ob geimpft oder nicht – zur regelmäßigen Früherkennung bei der Gynäkolog*:in sollte jede Frau ab dem 20. Lebensjahr. Den Gebärmutterhalskrebs kann auch andere Ursachen haben als eine HPV-Infektion. Mit der Früherkennung können Vorstufen des Krebs erkannt werden. Die Vorstufen können dann schonend entfernt werden, bevor Krebs entsteht. Ab dem 30. Lebensjahr kommt die Früherkennung auf Brustkrebs hinzu. Die regelmäßige Kontrolluntersuchung wird von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.
Quelle: Frauenärzte im Netz
Quelle: Tobias Höflein
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Hilft nicht immer
Nahrungsergänzungsmittel zur Verbesserung sportlicher Leistungen sind beliebt. Aktuell besonders beworben wird Kreatin. Was sagt die Wissenschaft dazu?
Die Rolle von Kreatin im Körper
Kreatin ist keine künstliche Substanz: Es wird vom Körper selbst produziert oder über Fleisch und Fisch mit der Nahrung aufgenommen. Es ist gerade dann wichtig, wenn der Körper kurze, intensive Leistungen erbringen soll: Als Kreatinphosphat ist es in den Muskeln eingelagert und dient dort als ein lokaler Speicher, aus dem Phosphat zur Energieversorgung schnell freigesetzt werden kann. Daher liegt die Vermutung nahe, dass eine zusätzliche Kreatinzufuhr die Muskeln stärken könnte, und damit auch sportliche Leistungen. Forschende haben dazu Studien an fast 2000 Personen ausgewertet. Das Ergebnis: Die Kreatin-Einnahme kann sportliche Leistungen steigern, aber nur ganz bestimmte und nicht bei jedem Trainierenden.
Nur in bestimmten Fällen hilfreich
Die Studien zur Kreatin-Einnahme sind überwiegend von geringer Qualität. Denn beim Großteil der Studien wussten die Teilnehmenden, ob sie Kreatin oder ein kreatinfreies Pulver einnahmen. Ihre Erwartungen könnten die Ergebnisse also verzerrt haben (Placebo-Effekt). Fest steht aber: Am ehesten hilft Kreatin, wenn kurzfristige, intensive Kraftleistungen gefragt sind, etwa im Kraftsport. So konnten Kraftsportler*innen, die regelmäßig Kreatin einnahmen, bei bestimmten Übungen schwerere Gewichte bewegen oder sie schafften mehr Wiederholungen. Auch beim Springen waren geringfügig bessere Leistungen möglich. Bei anderen Übungen war jedoch kein Zuwachs feststellbar, ebenso bei wenig Trainierten. Auf Ausdauerleistungen kann sich die Kreatin-Einnahme sogar negativ auswirken, da es durch Wassereinlagerungen in den Muskeln das Körpergewicht erhöht. Bei 2-3 von 10 Teilnehmenden hatte die Kreatin-Einnahme unabhängig vom Trainingszustand gar keinen Effekt.
Vorsicht beim Kauf
Wer den Effekt von Kreatin selbst ausprobieren will, kann bis zu 3 mg Kreatin am Tag einnehmen. Treten Magen-Darm-Beschwerden auf, kann die Menge auch auf mehrere Portionen am Tag verteilt werden. Menschen mit chronischen Erkrankungen, Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende sollten vor der Einnahme ihre Ärzt*in befragen.
Im Internet findet sich eine riesige Auswahl von Produkten. Beim Kauf ist jedoch Vorsicht geboten. Die Verbraucherzentrale rät dazu, sorgfältig auszuwählen. Wichtige Kriterien sine eine nachvollziehbare Herkunft und unabhängige Produktanalysen. Analysen zeigten, dass in manchen Produkten weniger Kreatin ist als angegeben war oder sie konnten Verunreinigungen mit z. B. Schwermetallen nachweisen.
Quellen:
Quelle: Christine Sladky
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Deutlich mehr Fälle
Wer in der nächsten Zeit nach Namibia reisen möchte, sollte Mückenschutz und Malariaprophylaxe besonders ernst nehmen. Denn Namibia erlebt derzeit einen ausgeprägten Anstieg von Malaria-Infektionen.
Vor allem in Norden Namibias
In Namibia breitet sich Malaria derzeit deutlich stärker aus als in den vergangenen Jahren. Bereits in den ersten zehn Wochen des Jahres wurden landesweit rund 28.000 Fälle gemeldet – mehr als im gesamten Jahr 2024. Besonders betroffen ist die Sambesi-Region im Nordosten des Landes. Sie gehört zum grenzüberschreitenden Kavango-Sambesi-Naturschutzgebiet, das viele Urlauber auf Safari- oder Rundreisen besuchen.
Nach Angaben der Gesundheitsbehörden haben inzwischen 21 Gesundheitsdistrikte kritische Schwellenwerte überschritten. Auch die Zahl schwerer Krankheitsverläufe steigt, mehrere Menschen sind bereits an den Folgen der Infektion gestorben.
Regenzeit und Resistenzen
Expert*innen führen die Entwicklung unter anderem auf die Regenzeit zurück, die ideale Bedingungen für die Vermehrung der übertragenden Anopheles-Mücken geschaffen hat. Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass Maßnahmen zur Mückenbekämpfung nicht überall ausreichend greifen. Zudem wird untersucht, ob einzelne Malaria-Erreger teilweise unempfindlich gegen bestimmte Medikamente geworden sind. Das könnte die Behandlung erschweren.
Reisemediziner*innen raten deshalb dazu, die Situation ernst zu nehmen und sich vor einer Reise nach Namibia individuell medizinisch beraten zu lassen. Der wichtigste Schutz bleibt nach wie vor, Mückenstiche konsequent zu vermeiden. Dabei hilft:
- helle und möglichst dichte Kleidung tragen (lange Ärmel, lange Hosen)
- Haut mit Insektenschutzmitteln (Repellents) einreiben und Insektenschutz regelmäßig erneuern,
- sich in den Abend- und Nachtstunden besonders konsequent schützen (Hauptstichzeit der Malaria-Mücken),
- unter einem Moskitonetz schlafen, idealerweise imprägniert,
- klimatisierte oder gut geschlossene Unterkünfte bevorzugen, wenn verfügbar, Insektenschutzsprays für Kleidung oder Raum verwenden
- stehende Gewässer und stark bewachsene, feuchte Bereiche am Abend möglichst meiden.
Je nach Route auch medikamentöse Prophylaxe nötig
Ob zusätzlich Medikamente zur Vorbeugung sinnvoll sind, hängt von der jeweiligen Reiseroute und der Aufenthaltsdauer ab. Im Norden des Landes (Caprivistreifen, Sambesi) wird das ganze Jahr über zur Chemoprophylaxe mit Tabletten geraten, im Nordosten vor allem in der Regenzeit. Dabei ist zu bedenken, dass manche Präparate bereits vor Reisebeginn eingenommen werden müssen.
Wer keine Prophylaxe einnimmt und abgelegene Regionen besucht, sollte sich zur Notfallmedikation beraten lassen. Diese Stand-by-Therapie wird z. B. bei Verdacht auf eine Malarianfektion eingenommen, wenn eine Arztpraxis innerhalb eines Tages nicht zu erreichen ist.
Quelle: Centrum für Reisemedizin
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Wenn es immer heißer wird
Mit Nieren- und Harnleitersteinen muss man im Zeiten des Klimawandels auch hierzulande wohl häufiger rechnen. Da hilft nur eins: ausreichend trinken. Ganz besonders gilt das für bestimmte Risikogruppen.
Bei hohen Konzentrationen bilden sich Kristalle
Nierensteine entstehen dann, wenn sich im Urin steinbildende Substanzen wie Kalzium, Oxalat oder Harnsäure ansammeln und zu Kristallen verbinden. Das droht vor allem, wenn der Urin sehr konzentriert ist, also wenig Flüssigkeit enthält. Deshalb ist ein Risikofaktor für Nieren- und Harnleitersteine auch die Hitze: Wer viel schwitzt und wenig trinkt, produziert zu wenig Urin, wodurch sich die Steinbildner ansammeln können.
Steingürtel dehnt sich nach Norden aus
Dass das keine bloße Theorie ist, zeigt der sogenannte Steingürtel auf der Weltkarte: Dabei handelt es sich um besonders heiße Gebiete am Äquator sowie im Südosten der USA und Teile Südostasiens. Dort sind mehr als 10% der Bevölkerung von Nierensteinen betroffen. Durch den Klimawandel droht sich der Steingürtel weiter nach Norden auszudehnen, sagt die Nierenärztin Sylvia Stracke, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie.
2,5 Liter täglich
Zur Vorbeugung von Nierensteinen sollte man insbesondere in der warmen Jahreszeit täglich 2,5 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Ungesüßter Tee, Mineralwasser mit wenig Kalzium und Saftschorlen sind dafür besonders geeignet. Weil Kinder und alte Menschen häufig ein vermindertes Durstgefühl haben, muss bei ihnen besonders auf das ausreichende Trinken geachtet werden.
Neben Flüssigkeitsmangel gibt allerdings auch weitere Risikofaktoren, die Nierensteine begünstigen. Dazu gehören
- Übergewicht und Bewegungsmangel,
- unausgewogene Ernährung mit viel Salz und tierischem Eiweiß,
- übermäßiger Verzehr oxalatreicher Lebensmittel wie Rhabarber, Mangold und Spinat
- übermäßige Kalziumzufuhr (z. B. durch Nahrungsergänzungsmittel oder kalziumreiche Mineralwässer),
- Einnahme von Entwässerungsmitteln.
Kommt es immer wieder zu Nieren- oder Harnleitersteinen, muss dies gründlich untersucht werden. Denn manchmal steckt dahinter auch eine angeborene Stoffwechselerkrankung.
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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