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Im Alter keine Vorteile
Statine senken den Cholesterinspiegel und beugen so Herzinfarkten und Schlaganfällen vor. Viele Menschen nehmen sie über Jahre ein. Doch macht die Einnahme auch im höheren Alter immer Sinn?
Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen
Gründe für die Einnahme von Statinen gibt es viele. Bei Menschen, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten, sollen sie ein erneutes Ereignis verhindern. Bei anderen sollen sie einer ersten Herz-Kreislauf-Erkrankung vorbeugen – etwa, wenn erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck oder Diabetes vorliegen. Fachleute sprechen dann von Primärprävention.
Lieber absetzen?
Prinzipiell ist die Wirkung von Statinen gut belegt – vor allem, wenn sie längerfristig eingenommen werden. Bei älteren Menschen ist der Einnahmezeitraum oft kürzer. Ob bei ihnen eine rein vorbeugende Einnahme etwas bringt, ist deshalb unklar. Gleichzeitig nehmen ältere Menschen oft viele Medikamente ein, was das Risiko für Nebenwirkungen und Wechselwirkungen erhöht. Ein Forschungsteam aus Bordeaux ist daher der Frage nachgegangen: Können über 75-Jährige ihr Statin absetzen, ohne dass es ihnen schadet?
Drei Jahre beobachtet
An der Studie nahmen über 1.000 Patient*innen teil. Alle waren mindestens 75 Jahre alt, hatten noch nie eine Herz-Kreislauf-Erkrankung und nahmen seit mindestens einem Jahr ein Statin zur Vorbeugung ein. Per Zufall wurden sie in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe nahm das Statin weiter ein, die andere setzte es ab. Anschließend wurden alle drei Jahre lang beobachtet.
Kein Schutz bei Älteren
Nach Studienende zeigte sich: In beiden Gruppen traten Herz-Kreislauferkrankungen und Todesfälle in etwa gleich häufig auf. Bei über 75-Jährigen hatten Statine zur Primärprävention also keine Schutzwirkung. Die Forschenden konnten allerdings auch keine Vorteile durch das Absetzen feststellen. Die Lebensqualität war in beiden Gruppen gleich, auch in Hinsicht auf Nebenwirkungen zeigten sich keine Unterschiede. Die Autor*innen der Studie weisen deshalb darauf hin, dass aus der Studie keine grundsätzliche Aussage für das Für und Wider von Statinen im Alter geschlossen werden könne. Stattdessen sei eine Entscheidung für oder gegen das Medikament immer eine Abwägung im Einzelfall.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt
Quelle: Dr. med. Tobias Höflein
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Vergiftungsgefahr für Kleinkinder
Pseudoephedrin ist hilfreich bei Erkältungen, kann aber bei falscher Anwendung Vergiftungen verursachen. Eine Auswertung deutscher Giftinformationszentren zeigt: Besonders häufig betroffen sind Kinder unter sechs Jahren.
Erkältungsmittel mit Risiko
Eine verstopfte Nase, dazu vielleicht Kopfschmerzen oder Fieber: Kombinationspräparate mit Pseudoephedrin versprechen schnelle Hilfe bei Erkältungen. Denn der Wirkstoff lässt die Schleimhäute in Nase und Nebenhöhlen abschwellen und wirkt zugleich anregend. Pseudoephedrin gibt es in Form von Säften, Tropfen oder Kapseln.
Doch Pseudoephedrin ist nicht harmlos. Falsch angewendet kann es zu Vergiftungen kommen. Eine aktuelle Auswertung von Fällen aus deutschen Giftinformationszentren zeigt, dass insbesondere kleine Kinder davon betroffen sind. 521 Vergiftungsfälle analysiert Für die Studie werteten Forschende 521 dokumentierte Vergiftungsfälle aus, die zwischen 2004 und 2024 bei den Giftinformationszentren in Erfurt, Göttingen und München registriert worden waren. Die Zahl der gemeldeten Fälle nahm in allen drei Zentren über die Jahre zu – mit einem Rückgang während der Corona-Pandemie und einem erneuten Anstieg danach.
Die Beschwerden nach einer Vergiftung sind unterschiedlich. Am häufigsten wurden Schwindel, Benommenheit, Kribbeln, Herzrasen, Blutdruckveränderungen, Übelkeit und Erbrechen dokumentiert. Schwere Verläufe waren selten, in einzelnen Fällen war es zu akutem Nierenversagen oder sogar zum Versagen mehrerer Organe gekommen.
Vor allem Kleinkinder betroffen
Besonders auffällig: 216 der 521 Betroffenen waren zwischen einem und unter sechs Jahre alt. Damit entfiel mehr als jeder dritte dokumentierte Fall auf diese Altersgruppe. Säuglinge unter einem Jahr waren mit zwölf Fällen deutlich seltener vertreten. In München, wo zusätzlich die Gründe für die Einnahme dokumentiert waren, handelte es sich in fast drei Viertel der Fälle um Unfälle im häuslichen Umfeld. Kinder hatten dabei z. B. pseudoephedrinhaltigen Erkältungssaft irrtümlich probiert. Weitere Fälle betrafen unter anderem Suizidversuche, unerwünschte Arzneimittelwirkungen oder missbräuchliche Einnahme.
Dosierung beachten und Präparat gut verstauen
Eltern sollten besser über das Erkältungsmittel aufgeklärt werden, fordern die Autor*innen. Für Kinder unter 6 Jahren sind viele Präparate nicht zugelassen oder nicht empfohlen. Manche Präparate sind für ältere Kinder und Jugendliche erlaubt. Hier ist es wichtig, sich an die im Beipackzettel angegebenen Dosierungen zu halten.
Prinzipiell müssen pseudoephedrinhaltige Medikamente sicher aufbewahrt werden. Das gilt insbesondere für Säfte, die für kleine Kinder aufgrund ihrer Farbe oft anziehend wirken. Bei einer versehentlichen Einnahme ist es ratsam, die Hausärzt*in oder ein Giftinformationszentrum zu kontaktieren. Treten schwere Symptome auf, sollte der Rettungsdienst verständigt werden.
Quelle: ptaheute
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Gesund oder schädlich?
Intervallfasten gilt als gesund – doch für ältere Menschen könnte das anders aussehen. Eine schwedische Studie zeigt: Wer besonders lange Essenspausen machte, entwickelte über die Jahre schneller chronische Erkrankungen.
Fast 3000 Personen beobachtet
Intervallfasten soll nicht nur beim Abnehmen helfen. Längere Pausen zwischen den Mahlzeiten werden auch mit gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Ob dies auch für ältere Menschen gilt, untersuchten schwedische Forschende in einer Studie.
Dafür werteten sie die Daten von 2981 Menschen ab 60 Jahren aus. Die Teilnehmenden wurden über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren beobachtet. Entscheidend war dabei nicht, ob sie bewusst fasteten. Erfasst wurde vielmehr die längste Zeitspanne zwischen zwei Essensgelegenheiten innerhalb eines Tages. Die kürzeste Fastenpause dauerte 6 bis 11,5 Stunden, die längste 14 bis 24 Stunden.
Über 78-Jährige besonders betroffen
Das Ergebnis: Menschen mit den längsten Essenspausen entwickelten im Verlauf der Studie häufiger eine oder mehrere chronische Erkrankungen. Besonders deutlich war der Zusammenhang bei den über 78-Jährigen. Bei ihnen nahm die Zahl der chronischen Erkrankungen mit längeren Fastenzeiten besonders schnell zu. Insbesondere kam es in der Gruppe mit 14 bis 24 Stunden Fasten vermehrt zu Herz-Kreislauf- sowie neuropsychiatrischen Erkrankungen. Für Erkrankungen des Bewegungsapparats zeigte sich dagegen kein klarer Zusammenhang.
Nährstoffe werden schlechter aufgenommen
Warum lange Essenspausen im höheren Alter ungünstig sein könnten, ist nicht geklärt. Die Autor*innen vermuten unter anderem, dass ältere Menschen Nährstoffe schlechter aufnehmen. Durch lange Essenspausen wird dann die ausreichende Versorgung mit Energie zusätzlich erschwert. Zudem könnten längere Pausen die regelmäßige Zufuhr von Protein und damit den Erhalt der Muskelmasse beeinträchtigen.
Die Studie zeigt einen Zusammenhang, aber keinen Beweis dafür, dass langes Fasten Krankheiten verursacht. Es bleibt möglich, dass bereits bestehende gesundheitliche Probleme das Essverhalten beeinflusst hatten. Die Ergebnisse sprechen den Forschenden zufolge dennoch dafür, lange Fastenzeiten bei älteren Menschen nicht automatisch als gesund anzusehen.
Expert*innen empfehlen für alte Menschen in der Regel über den Tag verteilt meist drei Hauptmahlzeiten mit kleinen Zwischenmahlzeiten.
Quellen: Springer Medizin, S3-Leitlinie Klinische Ernährung und Hydrierung im Alter
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Kopf vor oder nach hinten?
Manche Menschen haben keine Probleme damit, Tabletten zu schlucken – für andere ist es eine Qual. Ein Experte gibt Tipps, wie es bei der Einnahme von Kapseln, Tabletten & Co. besser flutscht und wodurch die Arznei schneller wirkt.
Kopf vor und schlucken
Manche Medikamente kommen als wahre Brummer daher – z.B. die dicke Metformintablette, die viele Diabetiker*innen oft sogar zweimal täglich herunterbringen müssen. Genauso unangenehm kann es sein, wenn man täglich mehrere Tabletten auf einmal schlucken muss. Der Diabetologe Prof. Stephan Martin aus Düsseldorf hat Tipps, wie die Einnahme leichter wird.
Ganz wichtig ist dabei die richtige Haltung des Kopfes. Viele Menschen legen beim Abschlucken der Tabletten den Kopf in den Nacken. Grundfalsch, sagt Prof. Martin. Heidelberger Forscher*innen haben schon 2014 herausgefunden, dass bei dieser überstreckten Haltung die Speiseröhre eingeengt wird. Besser ist es, die Tablette auf die Zunge zu legen und sie bei zur Brust geneigtem Kopf mit Flüssigkeit herunterzuschlucken.
Rechtslage statt Linkslage
Wie schnell eine Tablette wirkt, hat auch damit zu tun, wie schnell sie den Magen erreicht. Das wurde nun ebenfalls von einer Forschergruppe untersucht. Sie simulierte den Weg einer Tablette im Computer, und zwar sowohl im Stehen als auch im Liegen. Am schnellsten gelangt eine Tablette in den Magen, wenn man bei der Einnahme auf der rechten Körperseite liegt. Grund dafür ist die Position des Magens, der sich quer im Bauch befindet. Halb so schnell kommen Medikamente im Magen an, wenn sie im Stehen geschluckt werden.
Die ungünstigste Körperhaltung ist jedoch das Liegen auf der linken Seite. Weil dabei die Tablette gegen die Schwerkraft nach oben hin transportiert werden muss, kann ihre Reise in den Magen bis zu zehnmal länger dauern als in der Rechtslage. Folglich erreichen ihre Wirkstoffe auch erst bis zu einer Stunde später die Blutbahn. Vor allem bei Schmerzmitteln ist dies höchst unerwünscht.
Schmerzmittel erst schlucken, dann hinlegen
Damit ein Schmerzmittel schnell wirkt, hat Prof Martin einen Tipp: Erst schlucken und sich dann auf die rechte Seite legen. So kommt der schmerzlindernde Wirkstoff rasch in den Magen und in die Blutbahn, erklärte der Experte.
Quelle: medscape
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Migräne, Spannung oder Hirnblutung?
Mehr als ein Drittel der erwachsenen Deutschen leidet mindestens einmal im Monat unter Kopfschmerzen. Doch häufig wissen Patient*innen nicht, welcher Kopfschmerz-Typ sie eigentlich plagt. Erfahren Sie das Wichtigste über 3 häufige Arten und wann Kopfschmerzen ein Alarmsignal sind.
Spannungskopfschmerz ist häufig
Spannungskopfschmerzen kennen etwa 80 % aller Deutschen. Sie zeigen sich als milde bis mittelschwere Schmerzen mit dumpf-drückendem Charakter, die den ganzen Kopf betreffen und bis zu 7 Tage dauern können, beschreibt Stefanie Förderreuther, Präsidentin der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Typischerweise fehlen Begleitsymptome wie Lärm- und Lichtempfindlichkeit oder Übelkeit. Zur Akuttherapie des Spannungskopfschmerzes sind Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Ibuprofen geeignet. Diese Medikamente gibt es rezeptfrei in der Apotheke.
Migräne erkannt, Migräne gebannt?
Gut 10% der Deutschen leiden an Migräne, doch viele erkennen sie nicht als solche. Typisch für die Migräne sind folgende Beschwerden:
- Einseitige Schmerzen (wobei die Seiten im Anfall oder von Anfall zu Anfall wechseln können)
- Beginn häufig im Nacken (und damit Verwechslungsgefahr mit Spannungskopfschmerzen)
- Pulsierende, pochende Schmerzen Mittlere bis hohe Schmerzintensität, die sich bei körperlicher Aktivität verstärkt
- Begleitend oft Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit
- Bei jedem 10. Migränepatient vor den Kopfschmerzen eine Aura mit Seh- und/oder Sprachstörungen, Sensibilitätsstörungen, Lähmungserscheinungen, Drehschwindel oder Doppelbildern.
Zur Akuttherapie werden zunächst z. B. ASS, Ibuprofen oder Paracetamol empfohlen. Reicht das zur Schmerzlinderung nicht aus, kommen Triptane zum Einsatz. Bei mehr als 3 Attacken pro Monat raten die Ärzt*innen zur Prophylaxe, z. B. mit Betablockern, Topiramat oder Amitryptilin. Zusätzlich wirken Ausdauersport und Entspannungstherapien vorbeugend.
Nasenspray beim Cluster-Kopfschmerz
Extreme Kopfschmerzen mit Schmerzmaximum hinter einem Auge zeichnen den Cluster-Kopfschmerz aus. Die Attacken dauern bis zu 3 Stunden und werden auf der gleichen Seite von mindestens einem der folgenden Symptome begleitet: Augenrötung oder -tränen, verstopfte oder laufende Nase, Schwitzen im Gesicht, Verengung der Pupille oder Hängen des Lides.
Typischerweise leiden die Patient*innen während einer Cluster-Periode, die bis zu 2 Monate dauern kann, täglich an bis zu 8 Attacken. Die Zeit zwischen den Perioden ist kopfschmerzfrei. Behandelt wird der Cluster-Kopfschmerz mit Inhalation von reinem Sauerstoff sowie Triptanen (unter die Haut gespritzt oder als Nasenspray verabreicht). Prophylaktisch verordnet die Ärzt*in Verapamil, Lithium oder Topiramat.
Hier wird es gefährlich
- Kopfschmerzen können auch ein Anzeichen für eine neurologische Erkrankung wie Gehirnblutung, Hirntumor oder Hirnentzündung sein. Alarmsignale, bei denen sofort ärztliche Hilfe gesucht werden muss sind
- Neuer, unbekannter heftiger Kopfschmerz
- Vernichtend heftiger Kopfschmerz Kopfschmerz, der sich innerhalb weniger Minuten heftig entwickelt
- Gleichzeitiges Fieber, Lähmungen oder vorübergehende Erblindung.
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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