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Deutlich mehr Fälle
Wer in der nächsten Zeit nach Namibia reisen möchte, sollte Mückenschutz und Malariaprophylaxe besonders ernst nehmen. Denn Namibia erlebt derzeit einen ausgeprägten Anstieg von Malaria-Infektionen.
Vor allem in Norden Namibias
In Namibia breitet sich Malaria derzeit deutlich stärker aus als in den vergangenen Jahren. Bereits in den ersten zehn Wochen des Jahres wurden landesweit rund 28.000 Fälle gemeldet – mehr als im gesamten Jahr 2024. Besonders betroffen ist die Sambesi-Region im Nordosten des Landes. Sie gehört zum grenzüberschreitenden Kavango-Sambesi-Naturschutzgebiet, das viele Urlauber auf Safari- oder Rundreisen besuchen.
Nach Angaben der Gesundheitsbehörden haben inzwischen 21 Gesundheitsdistrikte kritische Schwellenwerte überschritten. Auch die Zahl schwerer Krankheitsverläufe steigt, mehrere Menschen sind bereits an den Folgen der Infektion gestorben.
Regenzeit und Resistenzen
Expert*innen führen die Entwicklung unter anderem auf die Regenzeit zurück, die ideale Bedingungen für die Vermehrung der übertragenden Anopheles-Mücken geschaffen hat. Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass Maßnahmen zur Mückenbekämpfung nicht überall ausreichend greifen. Zudem wird untersucht, ob einzelne Malaria-Erreger teilweise unempfindlich gegen bestimmte Medikamente geworden sind. Das könnte die Behandlung erschweren.
Reisemediziner*innen raten deshalb dazu, die Situation ernst zu nehmen und sich vor einer Reise nach Namibia individuell medizinisch beraten zu lassen. Der wichtigste Schutz bleibt nach wie vor, Mückenstiche konsequent zu vermeiden. Dabei hilft:
- helle und möglichst dichte Kleidung tragen (lange Ärmel, lange Hosen)
- Haut mit Insektenschutzmitteln (Repellents) einreiben und Insektenschutz regelmäßig erneuern,
- sich in den Abend- und Nachtstunden besonders konsequent schützen (Hauptstichzeit der Malaria-Mücken),
- unter einem Moskitonetz schlafen, idealerweise imprägniert,
- klimatisierte oder gut geschlossene Unterkünfte bevorzugen, wenn verfügbar, Insektenschutzsprays für Kleidung oder Raum verwenden
- stehende Gewässer und stark bewachsene, feuchte Bereiche am Abend möglichst meiden.
Je nach Route auch medikamentöse Prophylaxe nötig
Ob zusätzlich Medikamente zur Vorbeugung sinnvoll sind, hängt von der jeweiligen Reiseroute und der Aufenthaltsdauer ab. Im Norden des Landes (Caprivistreifen, Sambesi) wird das ganze Jahr über zur Chemoprophylaxe mit Tabletten geraten, im Nordosten vor allem in der Regenzeit. Dabei ist zu bedenken, dass manche Präparate bereits vor Reisebeginn eingenommen werden müssen.
Wer keine Prophylaxe einnimmt und abgelegene Regionen besucht, sollte sich zur Notfallmedikation beraten lassen. Diese Stand-by-Therapie wird z. B. bei Verdacht auf eine Malarianfektion eingenommen, wenn eine Arztpraxis innerhalb eines Tages nicht zu erreichen ist.
Quelle: Centrum für Reisemedizin
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Wenn es immer heißer wird
Mit Nieren- und Harnleitersteinen muss man im Zeiten des Klimawandels auch hierzulande wohl häufiger rechnen. Da hilft nur eins: ausreichend trinken. Ganz besonders gilt das für bestimmte Risikogruppen.
Bei hohen Konzentrationen bilden sich Kristalle
Nierensteine entstehen dann, wenn sich im Urin steinbildende Substanzen wie Kalzium, Oxalat oder Harnsäure ansammeln und zu Kristallen verbinden. Das droht vor allem, wenn der Urin sehr konzentriert ist, also wenig Flüssigkeit enthält. Deshalb ist ein Risikofaktor für Nieren- und Harnleitersteine auch die Hitze: Wer viel schwitzt und wenig trinkt, produziert zu wenig Urin, wodurch sich die Steinbildner ansammeln können.
Steingürtel dehnt sich nach Norden aus
Dass das keine bloße Theorie ist, zeigt der sogenannte Steingürtel auf der Weltkarte: Dabei handelt es sich um besonders heiße Gebiete am Äquator sowie im Südosten der USA und Teile Südostasiens. Dort sind mehr als 10% der Bevölkerung von Nierensteinen betroffen. Durch den Klimawandel droht sich der Steingürtel weiter nach Norden auszudehnen, sagt die Nierenärztin Sylvia Stracke, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie.
2,5 Liter täglich
Zur Vorbeugung von Nierensteinen sollte man insbesondere in der warmen Jahreszeit täglich 2,5 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Ungesüßter Tee, Mineralwasser mit wenig Kalzium und Saftschorlen sind dafür besonders geeignet. Weil Kinder und alte Menschen häufig ein vermindertes Durstgefühl haben, muss bei ihnen besonders auf das ausreichende Trinken geachtet werden.
Neben Flüssigkeitsmangel gibt allerdings auch weitere Risikofaktoren, die Nierensteine begünstigen. Dazu gehören
- Übergewicht und Bewegungsmangel,
- unausgewogene Ernährung mit viel Salz und tierischem Eiweiß,
- übermäßiger Verzehr oxalatreicher Lebensmittel wie Rhabarber, Mangold und Spinat
- übermäßige Kalziumzufuhr (z. B. durch Nahrungsergänzungsmittel oder kalziumreiche Mineralwässer),
- Einnahme von Entwässerungsmitteln.
Kommt es immer wieder zu Nieren- oder Harnleitersteinen, muss dies gründlich untersucht werden. Denn manchmal steckt dahinter auch eine angeborene Stoffwechselerkrankung.
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Nicht nur gegen Speck gut
Formula-Diäten helfen Übergewichtigen beim Abspecken. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes kann der flüssige Mahlzeitenersatz bei strukturierter Anwendung noch mehr: nämlich den Blutzucker senken.
Fertigdrink oder Pulver zum Anrühren
Formula-Diäten sind spezielle Ernährungsprogramme, bei denen Mahlzeiten ganz oder teilweise durch industriell gefertigte Nährstoffgemische ersetzt werden. Es gibt die Produkte als Fertigdrinks oder als Pulver zum Anrühren sowie als Riegel oder Suppen. Wer es richtig macht, kann mithilfe der Trünke 1 bis 2 kg pro Woche abnehmen.
Doch Formulardiäten können weit mehr als nur eine Gewichtsreduktion unterstützen. Etliche Studien haben gezeigt, dass es bei Typ-2-Diabetiker*innen zusätzlich zur Gewichtsabnahme auch zur Besserung der Blutzuckerwerte kommt.
Blutzucker sinkt auf Normalwerte
Wie gut das klappt, wurde in einer britischen Studie mit 945 übergewichtigen Typ-2-Diabetiker*innen nachgewiesen. In den ersten 12 Wochen des Ernährungsprogramms wurden täglich 800 bis 900 Kilokalorien in Form von Formula-Produkten (Shakes, Suppen, Riegel) zugeführt. Danach nahmen die Teilnehmenden Schritt für Schritt eine normale, gesunde Ernährung auf. Außerdem sollten sie einen gesunden Lebenstil pflegen, sich mehr bewegen und regelmäßig wiegen. Unterstützt und beraten wurden die Männer und Frauen von ausgebildeten Gesundheits-Trainer*innen.
Das zwölfmonatige Ernährungsprogramm führte zu einer durchschnittlichen Gewichtsabnahme von 8,3 % bzw. 10,3 kg. 32% der Teilnehmenden erreichten durch die Diät normale Blutzuckerwerte, gemessen anhand des Langzeitwertes HbA1c – ohne Antidiabetika einnehmen zu müssen. Die Patient*innen, deren Blutzucker sich normalisierte, hatten durchschnittlich 14,4 % Gewicht verloren (15,9kg).
Vergleichbar mit der Abnehm-Spritze
Mit diesen Ergebnissen steht die Formula-Diät gut da, kommentiert der Diabetologe Prof. Dr. Stephan Martin die Studie. Ein Ernährungsprogramm mit Lebensstiländerung und flüssigem Mahlzeitenersatz führt offenbar zu ähnlichen Erfolgen wie die „Abnehmspritze“. Und auch wenn es oft anders propagiert wird: Formula-Diäten im Rahmen strukturierter Programme zeigen durchaus eine lang anhaltende Wirkung, betonte der Experte.
Quelle: Ärztezeitung
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Hitzschlag und Sonnenstich
Ob im Buggy beim Familienspaziergang oder beim Spielen im Sandkasten: Wenn Babys und Kleinkinder der sommerlichen Sonne zu lange ausgesetzt sind, drohen im schlimmsten Fall ein Sonnenstich oder Hitzschlag. Wie erkennt man die ersten Anzeichen, und, vor allem, was ist dann zu tun?
Hitzschlag ist ein Notfall!
Von einem Hitzschlag spricht man, wenn durch die Hitze der gesamte Körper in Mitleidenschaft gezogen wird. Typische Ursache bei Kindern ist das Sitzen im heißen Auto. Auch bei starker Anstrengung in der Sonne droht ein Hitzestau. Begünstigt wird dieser durch schwül-warmes Wetter, weil man dann weniger schwitzt und der Körper nicht abkühlt. Erkennen lässt sich ein Hitzschlag an folgenden Symptomen:
- Hochroter Kopf, die Haut ist heiß und trocken, kein Schweiß
- Stumpfer Gesichtsausdruck, taumelnder Gang
- Körpertemperatur über 40° C
- Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, evtl. Krämpfe oder Bewusstlosigkeit.
Bei einem Hitzschlag ist sofort der medizinische Notdienst zu verständigen. Bis die Notärzt*in kommt, muss das Kind aus der Sonne und in den Schatten gebracht werden. Es soll ruhig liegen, die Beine erhöht. Ist es bei Bewusstsein, darf es vorsichtig etwas trinken.
Beim Sonnenstich trifft es die Hirnhäute
Im Gegensatz zum Hitzschlag ist beim Sonnenstich „nur“ der Kopf des Kindes betroffen. Er entsteht, wenn Nacken oder unbedeckter Kopf starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Die Hitze reizt die Hirnhaut, und es kommt zu folgenden Alarmzeichen:
- Heißer und hochroter Kopf bei kühler oder normal temperierter Körperhaut. Auch die Körpertemperatur ist nicht erhöht
- Stechende Kopfschmerzen, Verwirrtheit und Unruhe
- Übelkeit und Erbrechen, Schwindel und Ohrensausen
- Nackensteife
- manchmal Kreislaufbeschwerden und Bewusstlosigkeit.
In leichten Fällen reicht: Raus aus der Sonne, das Kind trinken lassen und ruhig hinlegen. Dabei sollte der Kopf etwas erhöht gelagert werden. Kopf und Nacken dürfen vorsichtig mit feuchten lauwarmen Tüchern gekühlt werden. Bei Kreislaufbeschwerden oder Bewusstlosigkeit muss zusätzlich sofort die Notärzt*in gerufen werden.
Quelle: www.kindergesundheit-info.de
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Wenn die Narbe Probleme macht
Kaiserschnitte sind in Deutschland häufig. 2024 war jede dritte Geburt eine Kaiserschnittentbindung. Neben medizinischen Gründen spielen dabei auch Ängste und Lifestyle-Faktoren eine Rolle. Dass die durch den Kaiserschnitt entstandene Narbe dabei kein rein kosmetisches Problem ist, übersehen dabei viele.
Nicht nur medizinische Gründe
Entscheidet sich eine Frau für einen Kaiserschnitt, kann das viele Gründe haben: bessere Planbarkeit, Angst vor den Geburtsschmerzen und Angst vor den Folgen einer natürlichen Geburt wie Harninkontinenz. Aber auch Kaiserschnitte können gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Häufig sind dabei Probleme mit der Kaiserschnittnarbe. Mediziner*innen sprechen hierbei von Sectionarbendefekten.
Symptome können sein:
- Schmierblutungen nach der Menstruation (sog. Postmenstruelles Spotting)
- Schmerzen bei der Menstruation
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Chronische Schmerzen im Unterbauch
- Vaginaler Ausfluss
- Probleme, wieder schwanger zu werden
- Narbenbedingte Probleme bei nachfolgenden Schwangerschaften.
Bei einer niederländischen Befragung mit über 2000 Kaiserschnitt-Patientinnen gaben 42,5% der Befragten an, an solchen Symptomen zu leiden.
Was hat die Narbe mit den Symptomen zu tun?
Dabei unterscheiden die Mediziner*innen 3 Formen von Sectionarbendefekten: Am häufigsten entsteht innerhalb der Gebärmutter durch die Narbe eine Einziehung. In dieser Nische kann sich Flüssigkeit ansammeln, auch eine chronische Entzündung ist möglich. Bei der zweiten Form ist die vordere Gebärmutterwand nach der Heilung so dünn, dass die Gebärmutter nach hinten umknickt. Die Abknickung erzeugt Schmerzen und Menstruationsblut kann eventuell nicht normal abfließen. Bei der dritten Variante verwächst die Gebärmutter mit der Bauchwand und wird dadurch verformt.
Flüssigkeit und Entzündung können dann zur Unfruchtbarkeit führen. Auch eine Endometriose tritt bei betroffenen Frauen häufiger auf, fast die Hälfte der Frauen ist davon betroffen.
Diagnostik und Therapie
Besteht der Verdacht auf einen Sectionarbendefekt, wird die Frauenärzt*in eine Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter machen. So kann sie die Form der Gebärmutter und eventuelle Flüssigkeit im Inneren sehen. Steht fest, dass die Beschwerden der Frau von einem Sectionarbendefekt herrühren, kann dieser mit einer Operation behandelt werden. Je nach Größe und Art des Defektes kann dafür ein minimalinvasiver Eingriff ausreichen.
Die Operation lindert die Beschwerden der meisten Frauen. Das gilt auch für die Fruchtbarkeit. Nach dem Eingriff können viele zuvor unfruchtbare Frauen wieder schwanger werden.
Quellen:
- Frauenärzte im Netz
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.
- Statistisches Bundesamt
- Acta Obstetrica Gynaecologica Scandinavica
Quelle: Christine Sladky
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