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Ginseng bei Erektionsstörungen

Eine Alternative zur "blauen Pille"?

Beziehungsprobleme, vermindertes Selbstwertgefühl und weniger Freude am Leben: Erektionsstörungen sind für Betroffene eine große Belastung. Nahrungsergänzungsmittel mit Ginseng versprechen Abhilfe – zu Recht?

Doppelte Hilfe bei Erektionsstörungen

Erektionsstörungen sind keine Seltenheit. Vor allem im Alter nimmt die Zahl der Betroffenen stark zu: Zwischen 40 und 70 Jahren ist fast jeder Zweite betroffen. Wegen möglicher Nebenwirkungen scheuen viele jedoch den Einsatz potenzfördernder Medikamente. Stattdessen setzen sie auf Nahrungsergänzungsmittel mit Ginseng, die „natürliche Hilfe“ bei Potenzstörungen versprechen. Ginseng ist eine Wurzel, die in Asien schon seit Jahrtausenden als Naturheilmittel eingesetzt wird. Die enthaltenden Ginsenoide könnten bei Erektionsstörungen sogar 2-fach nutzen:

  • Sie verbessern die Durchblutung des Penis, die für eine Erektion notwendig ist.
  • Sie reduzieren Müdigkeit und Stress und erhöhen so die Lust auf Sex.

Zu wenig Studien

Das Problem: Die bisher durchgeführten Studien stellten nur eine geringe Verbesserung der Sexualfunktion durch Ginseng fest. So gering, dass es für das Sexualleben der Betroffenen wahrscheinlich kaum eine Rolle spielt. Laut Wissenschaftler*innen des Cochrane Netzwerks könnten für die ernüchternden Ergebnisse aber auch Mängel in der Studienplanung verantwortlich sein. Sie vermuten, dass in viele Studien die Einnahmedauer zu kurz und die Ginseng-Dosis mit circa 3000 Milligramm zu gering war, um große Effekte zu erreichen. Ob eine langfristige Einnahme und eine höhere Dosierung die erhoffte Verbesserung bewirken, muss in weiteren Studien erst noch untersucht werden.

Ursache abklären

Hinter Erektionsproblemen stecken zudem viele verschiedene Ursachen, von denen nicht alle auf Ginseng ansprechen. Vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt sich deshalb in jedem Fall ein Besuch in der Arztpraxis. Durch ein ausführliches Gespräch und verschiedene Untersuchungen kann die Ärzt*in die Ursache der Beschwerden finden und eine passende Behandlung vorschlagen. Nicht immer liegt die Lösung nämlich in Medikamenten wie der berühmten „blauen Pille“. Je nach Ursache sind auch Maßnahmen wie Vakuumpumpen, Implantate oder eine Psychotherapie das Mittel der Wahl.

Quellen: Cochrane

Quelle: Marie Schläfer
Bildrechte: kenchiro168/Shutterstock.com

Was tun gegen Altersflecken?

Normal, aber unerwünscht

Die Zeit macht sich an der Haut nicht nur durch Falten bemerkbar. Bei vielen Menschen gesellen sich ab Mitte 40 auch die sogenannten Altersflecken dazu. Wer darunter leidet, hat verschiedene Optionen, sein Hautbild zu verbessern.

Vor allem Gesicht, Hände und Dekolletee betroffen

Altersflecken sind eine ganz normale Erscheinung, die durch die Überaktivität von Melanozyten verursacht wird. Diese Zellen sind für die Produktion des braunen Hautfarbstoffs (Melanin) verantwortlich. Eigentlich nimmt die Anzahl der Melanozyten im Verlauf des Alterns ab. Dabei verteilen sie sich jedoch unregelmäßiger in der Haut und neigen dazu, unkontrolliert Melanin zu bilden. Aktiviert wird dieser Vorgang durch die Sonne. Genau das ist der Grund, warum Altersflecken vor allem in den Bereichen auftreten, die stark dem Sonnenlicht ausgesetzt sind: Gesicht, Hände und Dekolletee.

Vorbeugen und Abdecken

Eine Maßnahme gegen Altersflecken ist, die Haut möglichst wenig UV-Strahlen auszusetzen, etwa indem man die Mittagssonne meidet.. Sonnenhüte und Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor beugen ebenso vor. Schon vorhandene Altersflecken lassen sich am einfachsten kosmetisch abdecken. Hierzu ist gut deckendes Camouflage-Makeup geeignet. Entsprechende Produkte sind in der Apotheke erhältlich.

Bleichen fordert viel Geduld

Wem Abdecken nicht reicht, für den eignen sich vielleicht Bleichcremes aus der Apotheke. Sie enthalten verschiedene Inhaltsstoffe, die die Melaninsynthese hemmen. Zu den aufhellenden Wirkstoffen gehören Thiamadol, Ricinol, Kojisäure und Resveratrol. Bis ein Effekt sichtbar wird, braucht es Zeit. Meist müssen die Substanzen dafür mehrere Wochen lang aufgetragen werden. Am besten lässt man sich dazu in der Apotheke beraten.

Neben der Selbstbehandlung kann man auch Hilfe bei der Hautärzt*in suchen. Dort lässt sich die Haut mit dem stark aufhellenden Wirkstoff Hydrochinon behandeln oder mit dem Laser korrigieren.

Diese Flecken sind nicht harmlos

Ganz wichtig: Altersflecken sollte man gut beobachten, egal ob sie stören oder nicht. Fangen sie an zu jucken, zu bluten oder zu brennen oder verändern sie sich deutlich in Form und Größe, sollte eine Hautärzt*in aufgesucht werden. In manchen Fällen versteckt sich hinter dem scheinbar harmlosen Altersfleck eine ernsthafte Erkrankungen, wie beispielsweise ein bösartiges Melanom.

Quelle: ptaheute

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
Bildrechte: Shotshop/imago-images.de

Spinnen-Phobie mit App behandeln

VR macht´s möglich

Manche Menschen haben panische Angst vorm Fliegen, andere vor Spinnentieren oder Spritzen. Bekämpft werden solche Phobien meist durch eine Verhaltenstherapie. Jetzt soll auch eine App mit virtueller Realität helfen.

Übetrieben und unbegründet, aber unbeherrschbar

Unter einer Phobie versteht man die dauerhafte und übertriebene Angst vor Dingen, Lebewesen oder Situationen. Besonders gut bekannt ist die Furcht vor großer Höhe, vor Spinnen oder davor, eine öffentliche Rede zu halten. Die Betroffenen wissen, dass ihre Angst unbegründet ist. Trotzdem fällt ihnen die Konfrontation mit dem Angstauslöser oft so schwer, dass sie diesen zunehmend meiden.

Mit Headset und Smartphone in die Scheinwelt

Eine neuseeländische Arbeitsgruppe hat nun eine App entwickelt, mit deren Hilfe man seine Phobien in Eigenregie behandeln kann. Das Programm namens oVRcome® verbindet Elemente der traditionellen kognitiven Verhaltenstherapie mit virtueller Realität. Dabei werden die Betroffen über eine per Headset präsentierte Scheinwelt wiederholt und kurz mit ihren Angstauslösern konfrontiert, um eine Toleranz dagegen aufzubauen. Ob diese App bei Phobien effektiv helfen kann, wurde nun in einer Studie mit knapp 250 Betroffenen geprüft. Ihre Phobien bezogen sich auf das Fliegen, auf große Höhen, Spinnen, Hunde und Nadeln.

Die Hälfte der Studienteilnehmer*innen trainierte sechs Wochen lang per App. Dabei durchlebten sie ihre Phobien mithilfe virtueller Realität und bekamen Informationen und Verhaltenstipps. Außerdem lernten und absolvierten sie Entspannungsverfahren und Achtsamkeitsübungen. Die andere Hälfte der Proband*innen unternahm sechs Wochen lang nichts gegen ihre Ängste.

Ängste um 75 % reduziert

Vor der Studie und nach sechs Wochen wurde bei jeder Teilnehmer*in anhand eines 40-Punkte-Scores die Schwere der Phobie gemessen. Diejenigen, die die App genutzt hatten, konnten im Gegensatz zu den App-losen Phobikern*innen ihre Ängste deutlich lindern (von durchschnittlich 28/40 auf 7/40 Punkte). Einigen der Teilnehmer*innen gelang es sogar, mithilfe des Programms erstmals stressfrei zu fliegen, andere schafften es, sich endlich gegen COVID-19 impfen zu lassen.

Expert*innen zufolge ermöglicht die App Betroffenen, sich selbst gegen Phobien zu helfen. Inwieweit es problematisch sein könnte, manche Ängste ohne ärztliche Begleitung anzugehen, müssen weitere Studien klären. Erwähnenswert ist zudem, dass es sich bei der App um ein kommerzielles Angebot handelt. Wer oVRcome® nutzen möchte, muss ein Abonnement erwerben. Dafür gibt es jedoch gratis das nötige Headset dazu.

Quelle: www.medicalnewstoday.com

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
Bildrechte: Franz12/shutterstock.com

Blutdruck messen - aber richtig!

Kardinalfehler vermeiden

Den Blutdruck selbst zu messen ist für viele Menschen Routine. Automatische Blutdruckmessgeräte für zuhause sind aber nur vermeintlich leicht zu bedienen – denn einige Regeln müssen auch hier beachtet werden, um verlässliche Werte zu erhalten.

Die Position macht´s aus

Die Bestimmung des Blutdrucks ist bei vielen Erkrankungen von Bedeutung. Gut, dass es auch zu Hause möglich ist, seinen Blutdruck zuverlässig zu kontrollieren. Inzwischen gibt es eine Reihe von technisch ausgefeilten Messgeräten, mit denen sich der Blutdruck am Oberarm oder am Handgelenk selbstständig ermitteln lässt. Doch leider kann man bei der Messung trotzdem eine Menge falsch machen. Die American Heart Association hat die häufigsten Fehler und die besten Tipps für eine korrekte Blutdruckmessung zusammengestellt:

  • Besonders wichtig ist beim Blutdruckmessen die Position. Der systolische Blutdruck ist im Liegen 3 bis 10 mmHg höher als im Sitzen. Wenn unbedingt im Liegen gemessen werden muss, sollte man dabei ein Kissen unter den Oberarm legen, damit sich Messstelle und Herz auf gleicher Ebene befinden.
  • Im Sitzen sollte bei der Messung der Oberarm nicht einfach herabhängen. Am besten legt man ihn bequem so ab, dass sich die Manschette des Messgerätes im Niveau des Vorhofs befindet, also etwa in der Mitte des Brustbeins.
  • Es ist wichtig, sich bei der Blutdruckmessung zu entspannen und mit dem Rücken gut anzulehnen. Ist der Rücken nicht gestützt, kann der systolische Blutdruck um bis zu 15 mmHg und der diastolische um bis zu 6 mmHg steigen.
  • Die Beine dürfen bei der Messung nicht übergeschlagen oder gekreuzt werden. Beinekreuzen beim Blutdruckmessen lässt den Blutdruck systolisch um bis zu 8 mmHg, diastolisch um bis zu 5 mmHg ansteigen.
  • Wer ein Handgelenkmessgerät benutzt, muss es sorgfältig anlegen. Der Sensor muss genau über der daumenseitigen Unterarmarterie (Arteria radialis) positioniert sein. Im Zweifel kann man sich den Messpunkt von seiner Ärzt*in oder Apotheker*in zeigen lassen.
  • Das Handgelenk muss bei einer Handgelenksmessung über den gesamten Messvorgang hinweg gestreckt und in Höhe des Herzens gehalten werden. Ganz einfach geht das zum Beispiel, wenn man dazu im Sitzen den Ellenbogen bequem auf einen Tisch aufstützt.

Blutdruck-Uhren vor die Brust!

Neben den bewährten Blutdruckmessern für Oberarm und Handgelenk gibt es inzwischen auch andere Möglichkeiten, den Blutdruck zu messen. Ganz up to date ist für viele, dafür das Smartphone zu nutzen. Dabei wird der Finger auf das Dysplay gelegt und der Blutdruck bestimmt, indem spezielle Apps die Hautdurchblutung messen. Doch diese Methode ist nicht ausreichend geprüft, warnen die Kardiolog*innen und raten davon ab.

Weiter entwickelt in puncto Blutdruck-Messung seien dagegen Smartwatches und andere Blutdruck-Uhren. Aber auch hier bleibe abzuwarten, ob diese Geräte dauerhaft zuverlässige Messergebnisse liefern können. Neue interessante Messtechnologien für die Blutdruck-Uhren sind dafür schon in Erprobung. Wer jetzt schon seinen Blutdruck mit Hilfe eine Blutdruck-Uhr messen möchte, sollte sie bei der Messung auf jeden Fall in vors Herz halten.

Wer sich unsicher ist, sucht am besten den Rat in der Apotheke. Hier beraten Fachkräfte über das richtige Messgerät und die richtige Messtechnik.

Quelle: DÄB

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
Bildrechte: Image Point Fr/Shutterstock.com

5 Tipps gegen Herpesbläschen

Von Therapie bis Prophylaxe

Sommerzeit ist Sonnenzeit. Doch leider blühen unter den wärmenden Sonnenstrahlen nicht nur Mensch und Pflanzenwelt auf – auch Herpesbläschen haben dann Hochsaison. Woran das liegt und was Sie dagegen tun können.

Sonnenstrahlen als Auslöser

Fast 90 % aller Menschen sind mit Herpes simplex, dem Erreger der Herpesbläschen, infiziert. Diese Viren haben eine raffinierte Strategie entwickelt: Sie verstecken sich in den Zellen der Gesichtsnerven, so dass das Immunsystem sie nicht aufspüren kann. Aktiv werden sie erst, wenn das Immunsystem geschwächt ist – etwa auf Grund einer Infektion oder Stress. Aber auch äußere Einflüsse wie starke Kälte oder Sonneneinstrahlung sind ein Auslöser dafür, dass die ungeliebten Bläschen entstehen. Der Grund: Ist die äußere Haut beansprucht oder geschädigt und dazu noch besonders dünn wie an den Lippen, hat das Virus leichtes Spiel.

Um die Bläschen in Schach zu halten, haben sich folgende Tipps bewährt:

1. Rechtzeitig therapieren

In der Regel kündigen sich die Bläschen frühzeitig durch Kribbeln, Jucken oder Spannungsgefühl an. Schon zu diesem Zeitpunkt sollte mit der Behandlung begonnen werden, um die Vermehrung der Viren zu hemmen. Geeignet sind Cremes mit virushemmenden Wirkstoffen wie Aciclovir oder Penciclovir (Virostatika) aus der Apotheke. Bläschen bleiben so entweder ganz aus oder sind deutlich kleiner und heilen schneller ab.

2. Bläschen nicht öffnen

Ist es erst da, muss das Bläschen von selbst wieder heilen. Öffnen oder ausdrücken sollte man die Bläschen auf keinen Fall, denn die enthaltene Flüssigkeit ist hoch ansteckend und kann die Infektion an andere Stellen des Körpers verschleppen. Bei starken Beschwerden helfen Virostatika-haltige Cremes, die zusätzlich entzündungshemmendes Kortison enthalten. Hautfarbene Cremes decken die Bläschen gleichzeitig ab.

3. Abheilen unterstützen

Nach einigen Tagen gehen die Herpesbläschen von selbst auf. In diesem Stadium vermehren sich die Viren nicht mehr. Nun fördern Zinksalben das Abheilen der offenen Stellen. Auftragen sollte man diese stets mit einem Wattestäbchen, um keine Krankheitserreger einzuschleppen. Auch Herpespatches oder -pflaster verhindern das Eindringen von Keimen, fördern die Wundheilung und lassen sich mit Make-up oder Lippenstift überschminken. Zehn bis vierzehn Tage nach dem Auftreten ist der Spuk dann vorbei.

4. Übertragung verhindern

Hygiene ist das A und O, um ein Verschleppen der Viren zu verhindern. Also: Eigene Handtücher verwenden und diese täglich wechseln, Gläser und Besteck nicht mit anderen Personen teilen, Küssen und engen Körperkontakt vermeiden. Besonders infektionsgefährdet sind Schwangere und Stillende, kleine Kinder und immungeschwächte Personen.

5. Vorbeugung: Immunsystem stärken

Ein starkes Immunsystem ist der beste Schutz vor Herpes. Hilfreich sind: Stress vermeiden, gesunde Ernährung, Verzicht aufs Rauchen und regelmäßig Sport treiben. Auch Lippenpflege und Sonnenschutz tragen dazu bei, die warme Jahreszeit möglichst ohne Bläschen zu genießen

Quelle: PTA heute 11/2020

Quelle: Christine Sladky
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